Unitarum Holding GmbH, vertreten durch Rechtsanwältin Julia Guter aus Memmingen – Schmerzensgeld wegen der Nutzung von Google Analytics…

Es mehren sich in unserer Kanzlei (ETL Rechtsanwälte GmbH Rechtsanwaltsgesellschaft, Zweigstelle Köln) Fälle, in denen eine Unitarum GmbH, vertreten durch eine Rechtsanwältin Julia Guter Schmerzensgeld fordert. Da wir befürchten müssen, dass diese Fälle auch anderswo und bundesweit sehr zahlreich existieren, beantworten wir nachfolgend die wichtigsten Fragen in diesem Zusammenhang.


Um was geht es?

 

In den letzten Tagen erreichten uns zahlreiche Anfragen zu einem Schreiben einer Rechtsanwältin Julia Guter aus Memmingen, welches sie erhielten. Darin werden die Empfänger aufgefordert, innerhalb einer bestimmten Frist (derzeit: bis zum 20.07.2020) ein Schmerzensgeld in Höhe von 500,00 Euro zu zahlen. Grund hierfür sei, dass ein Herr Sascha Marija Sekardi behauptet, beim Besuch der Website der Anspruchsgegner/-in festgestellt zu haben, dass seine vollständige IP-Adresse ohne dessen vorherige Einwilligung im Rahmen der Nutzung von Google Analytics durch den/die Websitebetreiber*in an die Google Inc. übermittelt worden sei. Dies sei eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts des Herrn Sekardi, weshalb diesem nun ein Schmerzensgeld zustehe.

Wieso verlangt eine Rechtsanwältin Guter für eine Unitarum Holding GmbH das Schmerzensgeld?

Dem Schreiben beigefügt ist eine Abtretungserklärung von Herrn Sekardi an die Unitarum Holding GmbH, vertreten durch die Geschäftsführerin Jennifer Kemna. Diese Unitarum Holding GmbH werde nun von einer Rechtsanwältin Julia Guter aus Memmingen vertreten.

Die ganze Angelegenheit ist dubios, denn die Unitarum Holding GmbH ist im Juli 2013 im Rahmen einer Umbenennung aus der Sekardi Holding GmbH hervorgegangen, Herr Sekardi ist nicht mehr Geschäftsführer dieser GmbH. Dennoch ist die Anschrift die gleiche wie zuvor, nämlich Burgweg 6 in 87666 Pforzen.

Rechtsanwältin Guter schreibt unter einer Anschrift Englerstraße 9 in Memmingen. Bei der Rechtsanwaltskammer München ist sie jedoch nur unter einer Kanzleianschrift in München registriert.


Kein Anspruch auf Schmerzensgeld!

 

Die ganze Angelegenheit scheint eine Welle von Anspruchsschreiben an zahlreiche Betroffene zu sein, einzig mit dem Ziel, soviel Geld wie irgend möglich einzutreiben. Dabei wird durch das anwaltliche Schreiben eine vermeintlich sichere Rechtsposition suggeriert, womit eine Vielzahl von Empfängern so eingeschüchtert werden soll, dass diese lieber den vermeintlich geringen Betrag von 500,00 Euro zahlen, als sich mit dieser Angelegenheit länger als notwendig herumzuärgern. Möglicherweise handelt der eine oder andere noch einen Vergleich aus und glaubt, einen Erfolg erzielt zu haben. Aber das ist nicht der Fall, denn:

Die Unitarum Holding GmbH hat nach unserer Auffassung keinen Anspruch auf Schmerzensgeld. Wir sind der Meinung, dass das Verhalten der Unitarum Holding GmbH und auch das der Rechtsanwältin Guter rechtsmissbräuchlich ist.


Was soll ich jetzt tun?

 

GANZ WICHTIG! ZAHLEN SIE AUF KEINEN FALL!

Herr Sekardi hatte bereits Ende 2019 versucht, seine vermeintlichen Schmerzensgeldansprüche gegen zahlreiche Betroffene geltend zu machen. Wir sind schon damals für unsere Mandanten diesen Ansprüchen erfolgreich entgegengetreten, da Herrn Sekardi aus keinem Rechtsgrund Schmerzensgeldansprüche zustehen.

Daher empfehlen wir Ihnen dringend, nicht zu zahlen. Verhandeln Sie auch nicht mit Rechtsanwältin Guter oder der Unitarum Holding GmbH.

 

Wenn Sie ein Anspruchsschreiben von Rechtsanwältin Julia Guter in Vertretung der Unitarum Holding GmbH erhalten haben, empfehlen wir Ihnen dringend, sich frühestmöglich dagegen zu wehren. Gerne können Sie uns ansprechen. Senden Sie uns – unverbindlich – das Schreiben per E-Mail zu, wir melden uns dann bei Ihnen.